Wo stehe ich mit meinem Stress- & Belastungsniveau?

In vielen Branchen nimmt der Druck auf Führungskräfte zu: Veränderte Business-Modelle, neue technische Tools, persönlichere Führung aufgrund physischer Distanz etc. Dies führt – gerade im Homeoffice – viele Leader an oder über ihre Belastungsgrenzen. Wo stehen Sie mit Ihrer Belastung? Wir stellen vier hilfreiche Online-Selbsttests vor.

Mehr als die Hälfte der Führungskräfte fühlen sich am Abend ausgelaugt

Im Homeoffice fällt uns die Decke auf den Kopf, digitale Meetings lassen persönliche und physische Begegnungen mit anderen je länger je mehr vermissen, der körperliche Ausgleich kommt zu kurz, strategische Fragen belasten etc. Dazu kommt der Anspruch, dass Führungskräfte aufgrund der physischen Distanz häufiger Befindlichkeitsgespräche für ihre Mitarbeitenden anbieten sollten und Viele dies als fremd und beschwerend erleben. Da erstaunt es nicht, dass eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens DDI zum Schluss kommt, dass die Mehrheit der Führungskräfte ihre Belastungsgrenzen während der Pandemie täglich überschreiten. Weltweit wurden dazu 15’000 Führungskräfte im Jahre 2020 bezüglich ihrem Belastungsniveau befragt. Knapp 60% der Leader fühlten sich am Ende eines Arbeitstages ausgelaugt. Gut ein Viertel der Befragten gaben an, dass sie innert Jahresfrist das Unternehmen verlassen möchten. Diese Fakten sprechen eine deutliche Sprache – das Belastungsniveau ist enorm hoch und die Gefahr der Überlastung, die Gefahr des überhöhten Stresses ist hoch.

Arbeitsbedingte und persönliche Belastungsfaktoren

Auch wenn wir gerne Herausforderungen anpacken, Mehrwert stiften und Leistung erbringen wollen, wo liegt das gesunde Mass? Und was sind die Dinge, die bei uns Stress erzeugen und belastend wirken? Wir können zwischen arbeitsbedingten und persönlichen Belastungen unterscheiden. Belastungen, die unmittelbar mit der Führungsarbeit zusammenhängen, zeigen sich in folgenden Aspekten:

  • Anhaltende, mehrfache Arbeitsbelastung
  • Begrenzte Entscheidungskompetenz
  • Fehlende Anerkennung und Wertschätzung
  • Mangelnde Fairness
  • Nicht zu vereinbarende Wertevorstellungen

Belastungen, die mit der einzelnen Führungskraft und ihrer Selbstführung zu tun haben, zeigen sich in folgenden Elementen:

  • Leistungsabhängiger Selbstwert
  • Übertriebenes Perfektionsstreben
  • Überhöhte Identifikation mit dem eigenen Verantwortungsbereich
  • Fehlende soziale Einbindung
  • Eingeschränkte Beziehungskompetenz
  • Depressive Veranlagungen

Auch wenn wir für uns selbst in Anspruch nehmen, dass möglicherweise nur einer oder wenige der obigen Faktoren auf die eigene Lebens- und Führungssituation zutrifft, kann dies gerade in der aktuellen Pandemiesituation zu einem erhöhten Stressniveau führen. Um das persönliche Belastungs- und Stressniveau strukturierter zu erfassen, empfiehlt sich ein Stresstest.

Kostenlose, anonyme und praktische Stress- und Belastungs-Test

Aus der Grosszahl der Belastungs- und Burnout-Tests haben wir vier zweckmässige Selbsttests ausgewählt. Alle vier Online-Test sind kostenlos, anonym und einfach zu bedienen. Ohne dass Sie Ihre persönlichen Angaben hinterlassen, können Sie Ihre Resultate selbst einsehen und auswerten. Das Ausfüllen von jedem Test bedarf zwischen 5 und maximal 15 Minuten.

1. Stresscheck von „Stress no Stress“

Diese umfassende Webpage zum Umgang mit Stress bietet Dienstleistungen für Einzelpersonen als auch für Unternehmen an. Der vorliegende Stresstest wurde gemeinsam mit dem Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Bern erstellt.

Im Stresstest werden unterschiedliche Dimensionen erfasst, welche sowohl das berufliche als auch das private Umfeld widerspiegeln. Er ist übersichtlich gestaltet und einfach zum Bedienen. Die Resultate werden in einem einleuchtenden Ampelsystem abgebildet. Bei Bedarf kann man die einzelnen Resultate vertiefter analysieren. Um das eigene Belastungs- und Stressniveau stimmig einzuschätzen und eine mögliche Burnout-Gefahr zu erkennen, ist der Stresscheck sehr empfehlenswert. Hier der Link:

stressNOstress • Persönliche Checkliste (stress-no-stress.ch)

2. Burnout-Test vom Zentrum für Angst- und Depressionsbehandlung Zürich

Diese Organisation bietet verschiedene Tests an. Hier wird nur der Burnout-Test beleuchtet, der auf die Sozialpsychologen Ayala Pines, Elliot Aronson und Ditsa Kafry zurückgeht. Dieser klassische Burnout-Test wurde 1982 erschaffen. Insgesamt umfasst er 21 Fragen, welche körperliche, emotionale und geistige Erschöpfungssymptome erfasst. Das Ausfüllen des Tests ist nicht sehr benutzerfreundlich, weil die Bewertungsskala je nach Bildschirm nicht sichtbar ist. Die Resultate hingegen sind aussagekräftig und weisen das Belastungsniveau sowie das Burnout-Risiko aus. Hier der Link:

Burnout-Test (Überdruss-­Skala) – ZADZ

3. Burnout-Test der München Klinik

Dieser Test der München Klinik bietet im Prinzip denselben Test an wie das Zentrum für Angst- und Depressionsbehandlung Zürich. Die 21 Fragen sind hier in einer übersichtlichen und besser verständlichen 5er-Skala abgebildet. Das Ergebnis zeigt eine klare Einschätzung des Stressniveaus respektive des Burnout-Risikos an.

Burnout Selbsttest – der Online Test > München Klinik (muenchen-klinik.de)

4. Burnout-Test von Burnout Protector

Hier haben wir es mit einem umfassenden Erhebungsinstrument zu tun, das die verschiedenen Belastungsaspekte einbindet. Es wurde gemeinsam mit der ETH Zürich sowie der Universität Zürich entwickelt. Das Burnout-Risiko wird stufenweise erfasst.

Nach den acht personenbezogenen Fragen startet der Burnout Basischeck mit 16 Fragen, die auf einer 7er-Skala beantwortet werden können. Die Beschreibungen und Auswertung sind begrenzt übersichtlich gestaltet und alltagsfremd formuliert, dass sie für den Laien wenig verständlich sind. In weiteren Runden können medizinische Messungen (Bsp. Cortisol-Werte etc.) eingegeben und weitere Resultate erzeugt werden, so dass hier wirklich eine umfassende Analyse gemacht werden kann. Hier der Link zum

BURNOUT CHECK >BRIX — Burnout Protector©

Nächste Schritte

Beleuchten Sie Ihre Resultate von verschiedenen Seiten, besprechen Sie diese mit einer Vertrauensperson und zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung zu erfragen. In einem Erstgespräch mit Trans-In werden Sie bereits erste entlastende Umsetzungsschritte erfahren. Mehr dazu unter Führungs-Coaching zu Stressbewältigung & Burnout-Prävention (trans-in.ch)

Siehe dazu auch Bin ich Burnout gefährdet? – 7 Symptome und 4 hilfreiche Tests (morethandigital.info)

Trans-In AG – Leadership zum Wesentlichen

Fraumünsterstrasse 17
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